Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Medizinprodukteverordnung

Pressemitteilung

01.02.2021, 13:49 Uhr

 

Am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut an der Universität Tübingen (NMI) entsteht ein Kompetenzzentrum zur Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR). Das Landeskabinett hat, wie der Landtagsabgeordnete Guido Wolf mitteilt, das Wirtschaftsministerium mit der Umsetzung eines Projekts beauftragt, für das im Doppelhaushalt 2021/2022 rund 3,3 Millionen Euro vorgesehen sind. Das Zentrum wird die bisherigen Maßnahmen des Landes, beispielsweise das MDR-Soforthilfeprogramm, ergänzen. In der im Ministerrat verabschiedeten Projektskizze heißt es: „Die neuen Verordnungen für Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika (IVDR) stellt die betroffenen Branchen vor große Herausforderungen. Um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Baden-Württemberg bei der Umsetzung und weiteren Entwicklung zu unterstützen, wird das NMI als federführende Organisation zusammen mit Partnern ein MDR & IVDR-Kompetenzzentrum aufbauen. Der Branche sollen dadurch Beratungsund Entwicklungskapazitäten zur Verfügung gestellt werden, um kleinere und mittlere Unternehmen bei der Erfüllung der neuen Anforderungen und Prüfverfahren zu unterstützen. Das MDR & IVDR-Kompetenzzentrum wird neben den kleineren und mittleren Unternehmen speziell KMUs, aber auch große Firmen mit Blick auf den Lebenszyklus ihres Produktes begleiten, d.h. von der Entwicklung bis hin zur Zulassung.“ Der Landtagsabgeordnete Guido Wolf begrüßt die Einrichtung, er sagt: „Von diesem Projekt werden auch die zahlreichen in unserer Region ansässigen Medizintechnikunternehmen profitieren. Es bestehen bereits enge Kontakte aus der Region und den Unternehmen zum NMI Tübingen.“ So sei beispielsweise Dr. Katrin Sternberg aus dem Aesculap Vorstand im Kuratorium der Stiftung des NMI vertreten. „Die Rückmeldungen, die ich von Unternehmen aus der Region erhalten habe, sind daher auch positiv. Gerade im Bereich Forschung und Entwicklung hat ein solchen Kompetenzzentrum Potenzial. Hinsichtlich Zertifizierungen und Regulierungsfragen haben wir im Landkreis Tuttlingen mit MedicalMountains und den hiesigen Unternehmen aber ebenfalls bereits weitreichende Erfahrungen. Diese können aus unserer Region in das landesweite Projekt eingebracht werden. Da können wir mithelfen, dass keine Doppelstrukturen entstehen“, so Wolf, der sich deswegen bereits im Austausch mit der für das Projekt zuständigen Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut befindet. Hintergrundinformationen zum Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut an der Universität Tübingen (NMI): Institutsleiterin des NMI ist Prof. Dr. Katja Schenke-Layland. Das NMI, ein Forschungsinstitut der Innovationsallianz Baden-Württemberg, betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften.