Förderprogramm „Invest-BW“ unterstützt „energetische Revolution“ der Landwirtschaft

PRESSEMITTEILUNG

29.06.2022, 10:35 Uhr

 

In seiner heutigen Sitzung hat der Wirtschaftsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg einem Unternehmens- und Forschungsverbund, an dem auch die Firma Ingo Dreher aus Balgheim maßgeblich beteiligt ist, eine Zuwendung in Höhe von knapp 3 Mio. Euro bewilligt. „Damit erfolgt ein wirkungsvoller Startschuss für ein von Ingo Dreher seit langem verfolgtes Projekt zur Gewinnung alternativer Energie aus Biomasse“, freut sich der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Wolf, der Dreher nach vielen Begegnungen auf das Förderprogramm „Invest-BW“ aufmerksam gemacht hat.

Der Klimawandel und die Notwendigkeit, die Energieversorgung von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen, gehöre zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Weltweit blieben jedes Jahr gewaltige Mengen an Biomasse ungenutzt als Rest- oder Abfallprodukte auf den Feldern der Landwirtschaft zurück. Biomasse stelle auch in Deutschland und Europa ein großes Potenzial für die gesellschaftliche Transformation hin zu Klimaneutralität und zur Unabhängigkeit von Energieimporten dar. Es gehe hierbei nicht darum, auf landwirtschaftlichen Flächen in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln Pflanzen zur energetischen Verwendung anzubauen. Vielmehr gehe es darum, bisher brachliegende Potenziale zu heben. Abfallstoffe und Nebenprodukte aus der konventionellen landwirtschaftlichen Erzeugung würden zur Herstellung von Strom, Wärme und synthetischen Kraftstoffen genutzt, um einer weiteren Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre entgegenzuwirken. „Die konsequente Nutzung der bereits vorhandenen Biomasse zur Erzeugung klimaneutraler Energie wird den aktuellen Anteil von Windkraft und Solarenergie am deutschen und europäischen Energiemix um ein Vielfaches übersteigen, und das völlig klimaneutral“, stellt der Unternehmer und langjährige Betreiber dieser Idee, Ingo Dreher, fest und spricht gar von einer „energetischen Revolution” der Landwirtschaft.

Für die Nutzung von Biomasse fehlten heute noch in vielen Bereichen Standards. In der Praxis bedeute das, dass Biomassen untereinander nicht austauschbar und kombinierbar seien, weil sie in verschiedenen Formaten und Qualitäten vorlägen. Um Biomasse flächendeckend nutzen zu können, müsse sie flexibel einsetzbar und zwischen Anlagenbetreibern austauschbar sein. Es gehe um die Schaffung einer bezahlbaren und ständig verfügbaren Rohstoffquelle, ohne neue Abhängigkeiten von Lieferketten, denn Biomasse liege zum größten Teil vor der Haustür.

Für die Schaffung einer flexiblen und resilienten Rohstoffquelle werden spezialisierte Technik und Maschinen benötigt. Mit der jetzigen Förderung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „BW-Invest“ wird eine selbstfahrende Erntemaschine gebaut, die in der Lage ist, sämtliche landwirtschaftlichen Abfall- und Reststoffe so aufzuarbeiten, dass sie kostengünstig transportierbar und verlustfrei speicherbar sind. „Mit der Umsetzung der Maschine schaffen wir eine erste echte Rohstoffbasis für eine beginnende Bioökonomie und einen wichtigen Schritt hin zu einer stärkeren Unabhängigkeit von Energieimporten“, erklären Guido Wolf MdL und Ingo Dreher abschließend.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch das KIT in Karlsruhe, welches von der Förderung ebenfalls profitiert.